Ratsherr für Aachen

Mathias Dopatka

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Podiumsdiskussion bei Regina e.V. Aachen attraktiv und „cool“ halten

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Aachen attraktiv und "cool" halten

Am Freitag ging es um ein sehr wichtiges Thema für Aachen: Wie können wir unsere Stadt so attraktiv machen, dass die Menschen hier gerne leben und arbeiten? Wie steigern wir die „Coolness“?
Der Regionale Industrieclub Informatik Aachen („Regina“) hat dazu eine Umfrage unter seinen Mitgliedern durchgeführt. Die Ergebnisse (hier zu sehen) haben wir am Freitag im Audimax der RWTH Aachen diskutiert.

Die Umfrage hat gezeigt, dass den Beschäftigten Mobilität, Wohnen und Stadtentwicklung am wichtigsten sind. Deshalb waren das auch die Schwerpunktthemen der Diskussion an diesem Nachmittag, deren Aufzeichnung hier zu finden ist.

Für Unternehmen und ihre Beschäftigten ist eine gute Anbindung ins Umland ein wichtiger Standortfaktor. Ich will hier als Oberbürgermeister strategisch vorgehen: Hauruckaktionen bringen uns genauso wenig weiter wie das Verbreiten von Allgemeinplätzen zur Verkehrssituation. Es kommt auf die Verbindung von verschiedenen Verkehrsmitteln an, also ein modulares System.
So könnte zum Beispiel eine Angestellte in einem Aachener Unternehmen von ihrem Wohnort am Rand einer Eifelgemeinde mit dem Auto zu einem Park & Ride-Parkplatz fahren, von dort mit einer Regio-Tram ins Stadtzentrum kommen, wo sie auf ein E-Bike umsteigt, das dort sicher geparkt ist. Damit fährt die den letzten Kilometer bis zu ihrem Arbeitsort. Damit dieses Zusammenspiel funktioniert, müssen die Fäden der Planung im Rathaus zusammenlaufen. Das wird einer meiner Schwerpunkte als Oberbürgermeister sein: Wir brauchen in Aachen ein Top-Verkehrssystem aus einem Guss.

Die aktuelle Wohnraumpolitik in Aachen ist die beste, die es unter den gegebenen Umständen geben kann. Der Werkzeugkasten, der zur Verfügung steht, wird ausgenutzt, auch wenn die Landesregierung aus CDU und FDP viele Schutzmechanismen für Mieter*innen gestrichen hat. Drei Forderungen habe ich:
- Wir brauchen eine Grenze bei Mieterhöhungen, wenn dadurch die Bewohner*innen mehr als 30% ihres Einkommens für Miete ausgeben müssten.
- Weil es zu wenig Wohnraum für Studierende und Auszubildende gibt, gründen sie WGs und konkurrieren daher mit Familien um Wohnungen mit mehreren Zimmern. Mehr Wohnraum für junge Leute – zum Beispiel als gemeinsames Studi- und Azubi-Wohnheim am Büchel - löst daher auch das Wohnraumproblem anderer Wohnungssuchenden.
- Durch eine bessere ÖPNV-Anbindung der Vororte werden sie als Wohnorte attraktiver. So können wir den Aachener Mietmarkt entspannen.

Ich wurde auch gefragt, wo ich in Zeiten ungewisser Finanzplanung die Möglichkeit zu Einsparungen im Haushalt der Stadt sehe. Darüber können wir jetzt nicht seriös spekulieren – es ist einfach noch unklar, wie sich die Coronavirus-Pandemie auf die Finanzen der Stadt auswirken wird. Klar ist für mich: Projekte zur Entwicklung der Stadt können auch die Wirtschaft vor Ort ankurbeln, zum Beispiel, weil oft 90% der Kosten von Land oder Bund getragen werden. Wenn wir in der Krise sparen, sparen wir uns zu Tode.

Trotz dieses dramatischen Schlusses nehme ich viel Gutes aus der Diskussion mit. Die Aachener*innen wollen eine lebenswertere Stadt – dazu will ich beitragen. Anders als meine Mitbewerber*innen bin ich keineswegs überrascht darüber, wie viele gute Ideen es dazu in Aachen gibt, und möchte mich auf keinen Fall auf dem ausruhen, was für Aachen schon erreicht wurde.

Danke an Regina e.V. und den Vorstand um Hajo Noerenberg und Raphael Jonas, die RWTH Aachen und ihre Hörsaaltechnik sowie das Team von „Medien für die Lehre“ für die Organisation und Durchführung der Diskussion.